Auf dem Papier war das Heimspiel gegen den ESC Vilshofen die vermeintlich leichteste Aufgabe in der Verzahnungsrunde. Doch die Wölfe haben erst beim letzten Spiel gegen Buchloe bewiesen, dass sie durchaus entscheidenden Einfluss in dieser Gruppe nehmen können. Der ESC war gewarnt, Geschenke haben die Wölfe im Mannschaftsbus bestimmt nicht eingepackt.

Die Rats legten los wie die Feuerwehr, gleich im ersten Einsatz klatschte ein Schlagschuss von Ondrej Horvath an den Pfosten. Doch auch die Gäste verbuchten früh ihre erste Großchance durch Dorfner, Morczinietz war aber auf dem Posten. Als sich die Rats im Drittel der Gäste festsetzen konnten, vollendete Daniel Merl eine schöne Vorlage von Dominic Fuchs zum 1:0 in das geliebte rechte Kreuzeck (8.). Beinahe hätte Merl das Kunststück wiederholt, doch Wölfe-Torwart Huber verhinderte schlimmeres. Stattdessen gelang Weinzierl mit einem verdeckten Handgelenkschuss der Ausgleich (11.). In Überzahl landete der Schlagschuss von Horvath diesmal im Tor, die Rats stellten ihre Führung schnell wieder her (12.). Insgesamt präsentierte sich der ESC im ersten Drittel aber etwas zu lässig, Vilshofen spielte munter mit und kam durch Geretsrieder Nachlässigkeiten zu einigen Chancen. In doppelter Überzahl musste Huber jedoch wieder hinter sich greifen, beim Direktschlagschuss von Horvath war er chancenlos (19.). Immer noch mit einem Mann mehr, packte Daniel Merl den nächsten Doppelpack drauf und erhöhte auf 4:1 (19.). Die Wölfe war nicht so viel schlechter, aber gegen die Effektivität der Rats war kein Kraut gewachsen.

Die Liebesbeziehung zwischen dem rechten Kreuzeck und Merl setzte sich auch im zweiten Drittel fort, beim 5:1 hatte Huber wieder keine Abwehrmöglichkeit (21.). Jetzt schwammen den Wölfen langsam die Felle davon, denn keine zwei Minuten später klingelte es erneut im Gästetor. Diesmal setzte sich Dornbach über halbrechts herrlich durch und behielt auch vor dem Kasten die Ruhe (24.). Mit dem direkten Gegenschlag stellte Koma die Anzeigetafel auf 6:2 (24.), über wenige Tore konnte sich wirklich niemand beschweren. Die Torflut sollte nicht aufhören, mit einem weiteren Doppelschlag bauten die Rats ihre Führung auf 8:2 aus. Erst traf Merl nach schöner Vorarbeit von May in doppelter Überzahl (28.) und nur knapp eine Minute später nutzte Heller einen Fehler in der Hintermannschaft der Wölfe zu einem Treffer in das kurze Eck (29.). Danach setzte strömender Regen ein, der bis kurz vor Spielende anhalten sollte. Schlechtes Wetter und Geretsried vs. Vilshofen, die Kombination haben wir in der Verzahnungsrunde bereits zum dritten Mal. Nur gut, dass die Rats zu diesem Zeitpunkt schon für klare Verhältnisse gesorgt hatten. Bis zur Pause sollte bis auf einen Pfostenknaller von Meierl auch nicht mehr viel passieren. Kurz vor der Sirene fand dann ein abgefälschter Schuss durch Horvath doch noch den Weg zum 9:2 in das Wölfetor (40.). Die Gäste hatten durchaus die ein oder andere gute Möglichkeit, doch Morczinietz war nicht mehr zu überwinden.

Zum letzten Drittel hätten sich die Teams eher etwas Badeschaum statt der Schläger mitnehmen sollen, durch den Dauerregen entwickelte sich das Heinz-Schneider Eisstadion in eine überdimensionale Badewanne. Die Scheibe blieb durch Pfützen auf dem Eis ständig hängen, doch hin und wieder klappte noch ein Spielzug. Mit etwas Glück durfte Daniel Bursch dann das 10:2 bejubeln, der bemitleidenswerte Wölfe-Torwart Huber sah nicht besonders gut aus und griff mit der Fanghand daneben (45.). Danach plätscherte die Partie wortwörtlich vor sich hin, bis Michael Dorfner bei einem Konter zum 10:3 verkürzen konnte (56.). Am Ende drehte das Team von Sebastian Wanner und Peter Holdschik nochmal gewaltig auf. Innerhalb knapp zwei Minuten schraubten Hüsken (58.) und Hölzl (59.) mit Treffern durch die Hosenträger von Huber das Ergebnis auf 12:3. Der Schlusspunkt war Klaus Berger vorenthalten, der die Scheibe zum 13:3 nur noch in das halbleere Tor schieben musste (60.).

Fazit: Die Wölfe haben nicht schlecht angefangen, doch im zweiten Drittel hat sich der kleine Kader seinem Schicksal mehr oder weniger ergeben. Die Rats haben einfach einen Lauf und wenn der Offensivmotor einmal ins Rollen kommt, kann er aktuell nicht so schnell gestoppt werden. Mit dem sechsten Sieg in Folge steht der ESC zum ersten Mal an der Tabellenspitze, doch das ist nur eine Momentaufnahme. Bereits am kommenden Wochenende warten zwei schwere Brocken auf die Rats, das Ergebnis vom Freitag dürfte allerdings schon jetzt feststehen. Doch der ESC legt seinen Fokus nicht auf irgendwelche Nebenkriegsschauplätze, klares Ziel am Freitag ist, diese Angelegenheit rein sportlich zu lösen. Sonntag steht dann mit dem letzten Heimspiel gegen Amberg eine ganz besondere Partie an. Es ist nicht nur das letzte Saisonspiel im altehrwürdigen Heinz-Schneider Eisstadion sondern auch das letzte Freiluftspiel in Geretsried überhaupt. Neben ganz viel Vorfreude weht am Sonntag sicher auch ein kleiner Hauch von Wehmut durch das Stadion. Wir hoffen nochmal auf viele Zuschauer, die zusammen mit uns einen gebührenden Abschied feiern!

10.02.2019 ESC Geretsried - ESC Vilshofen 13:3 (4:1/5:1/4:1)

Tore:

Daniel Merl (4), Ondrej Horvath (3), Andreas Dornbach, Christian Heller, Daniel Bursch, Maximilian Hüsken, Michael Hölzl, Klaus Berger

Beihilfen:

Andreas Dornbach (4), Martin Köhler (3), Ondrej Stava (3), Benedikt May (3), Ondrej Horvath (3), Dominik Meierl (2), Dominic Fuchs, Michael Wiedenbauer, Bernhard Jorde, Maximilian Hüsken, Daniel Bursch, Michael Hölzl, Stefano Rizzo

Strafen:

ESC Geretsried 4 Min.                                         
ESC Vilshofen 14 Min.                      

Zuschauer:  

431                                                                                                                                                     

Zum Seitenanfang