Der Abstiegskampf hat seine Spuren hinterlassen. Zu den Langzeitverletzten Tauber, Englbrecht, Götz und Wiedenbauer gesellten sich vor dem Schongauspiel noch Bernhard Jorde (verletzt) und Michael Hölzl (krank) dazu. Coach Sebastian Wanner hatte seine Mühe drei Reihen zusammenzubringen, Daniel Merl rückte für Jorde in die Verteidigung neben Dominic Fuchs. Für die Mammuts ging es um alles, der ESC hingegen war durch den Sieg in Dorfen schon im Ziel. Höchst unterschiedliche Voraussetzungen also, doch die Rats wollten sich mit zwei anständigen Auftritten in die Sommerpause verabschieden.

Der tschechische Express traf erst mit Verspätung ein, denn Horvath und Stava standen während der Anreise im Stau. Vom Auto direkt aufs Eis und dann gleich ins Tor. Zweiter Einsatz, Stava auf Horvath und der Topscorer zog aus dem Slot unhaltbar zum 0:1 ab (4.). Schongau erwischte trotzdem den besseren Start und schoss David Albanese gleich mal auf Betriebstemperatur. Thomas Helmer hätte es anschließend nicht besser machen können, denn die Mammuts erzielten den Ausgleich durch ein astreines Phantomtor. Nach einem Direktschuss reagierte David Albanese überragend, doch das Schiedsrichtergespann entschied zur Verwunderung der Rats auf Tor (8.). Zum Dank durfte Martin Köhler noch wegen Reklamierens auf die Strafbank, diesmal hielten sich die Rats allerdings schadlos. Wieder brachte Ondrej Horvath den ESC in Front, aus ähnlicher Position wie beim ersten Treffer ließ er EA-Torwart Blankenburg erneut keine Chance (12.). Es kam noch besser, denn Stefano Rizzo ließ das Netz der Gastgeber mit einem ansatzlosen Handgelenkschuss erneut zappeln (17.). Danach überstand der ESC noch eine doppelte Unterzahl, die Moral stimmte.

Genau 27 Sekunden waren im zweiten Abschnitt gespielt, da stürmte Ondrej Horvath alleine auf Blankenburg zu. Doch diesmal blieb der Keeper Sieger und parierte stark mit der Fanghand. Auf der anderen Seite stand auch Seider mutterseelenallein vor Albanese, doch hier ging das Duell ebenfalls an den Torwart. Die Abwehrreihen sortierten sich langsam und so neutralisierten sich beide Teams mehr oder weniger. In Überzahl brachte der ESC wieder mehr Druck auf das Eis, aber Merl scheiterte zwei Mal in aussichtsreicher Position am Torgestänge. Die Gastgeber kamen dann durch Muzik etwas überraschend zum 2:3, der stramme Handgelenkschuss segelte über die Fanghand von Albanese zum Anschlusstreffer ins Gehäuse (35.). Schongau witterte seine Chance und kam durch Kopecky zum Ausgleich (39.). Hinter dem Tor prallte die Scheibe von der Bande genau auf den Schläger des Stürmers, der Albanese aus spitzem Winkel überwinden konnte. Drittel Zwei konnte man unter der Kategorie „Unglücklich" einordnen, doch noch war nicht Schluss.

Eine Monsterparade von Albanese verhinderte direkt nach Wiederanpfiff die erstmalige Führung für die Mammuts. Das Spiel wurde immer wilder und in Überzahl nagelte Turner die Scheibe zum 4:3 ins Kreuzeck (48.). Die Rats bissen sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Mammuts zunehmend die Zähne aus, Blankenburg wurde nur noch selten geprüft. Was dann passierte, toppte allerdings alles. Beim Alleingang eines Schongauer Stürmers legte sich dieser die Scheibe zu weit vor. Albanese stürmte raus, klärte zuerst die Scheibe mit einem Hechtsprung und prallte danach mit dem Spieler der Mammuts zusammen. Entscheidung des Hauptschiedsrichters: Penalty! Muzik ließ sich nicht lange bitten und versenkte eiskalt. Gott sei Dank waren die Rats schon vor dem Spiel durch, denn was hier ablief war vogelwild. Der ESC mittlerweile wieder vermehrt auf der Strafbank, mussten bei einer weiteren Unterzahl das 6:3 per Schlagschuss durch Holzmann hinnehmen (52.). Am Ende warf die Mannschaft von Sebastian Wanner nochmal alles nach vorne, doch das Risiko wurde nicht belohnt. Maucher setzte per Alleingang den Schlusspunkt zum 7:3 für Schongau (59.).

Fazit: Spätestens im letzten Drittel waren die Rats nur noch mit sich selbst oder dem Schiedsrichter beschäftigt. Schongau hingegen kämpfte sich mit viel Herzblut zurück, hielt die Rats vom eigenen Tor weit weg und übte vorne immer mehr Druck aus. Im zweiten Drittel hätte sich der ESC eine deutlich bessere Ausgangsposition erarbeiten können, doch die Chancenverwertung sowie ein immer stärker werdender Blankenburg standen im Weg. Trotz der Niederlage gut gekämpft, viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Danke an die erneut zahlreich mitgereisten Rats-Fans, in einer Woche folgt der nächste und zugleich letzte Versuch für diese Saison.

24.02.2019 EA Schongau – ESC Geretsried 7:3 (1:3/2:0/4:0)

Tore: Ondrej Horvath (2), Stefano Rizzo
Beihilfen: Stefano Rizzo, Ondrej Stava, Daniel Merl, Ondrej Horvath
Strafen: EA Schongau 12 + 10 Min.
ESC Geretsried 20 Min.
Zuschauer:   366

 

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