Die Rats stehen im Viertelfinale der Playoffs zur Oberliga. Nein, kein Schreibfehler. Es ist die Realität, auch wenn man es noch kaum glauben kann. Durch den entscheidenden Sieg am vergangenen Freitag in Füssen wurde das Viertelfinalticket gebucht. Mit dem ECDC Memmingen trifft der ESC auf den Tabellenzehnten der Oberliga-Süd und den Tabellenführer der Verzahnungsgruppe B. Bevor wir näher auf die Indians eingehen, ein kurzer Rückblick über die bisherige Saison.

Bereits im Sommer hat sich bei den Rats einiges getan, vor allem am Personalkarussell wurde fleißig gedreht. ESC-Vize Matthias Gräubig verpflichtete fünf neue Spieler, einen Torwart sowie einen neuen Cheftrainer. Der Kader wuchs zeitweise auf 24 Feldspieler an, es entwickelte sich ein Konkurrenzkampf wie noch nie. Trainer Ludwig Andrä experimentierte viel, die Vorbereitung verlief schon beinahe typisch mit sehr durchwachsenen Leistungen. Unter den Abstiegskandidaten oft genannt: ESC Geretsried. Der Unterschied zur Vorsaison: Man punktete in der Vorrunde konstant. Ausrutscher standen Überraschungen entgegen, eine großartige Niederlagenserie gab es nicht zu verkraften. Unter großem Jubel feierte man am drittletzten Spieltag die Qualifikation für die Verzahnungsrunde, das ausgegebene Saisonziel Klassenerhalt wurde früh fixiert. War man zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon hochzufrieden, entwickelte die Mannschaft in der Verzahnungsrunde eine Dynamik, die keiner erwartet hatte. Die Rats gewannen beide Derbys gegen Miesbach, nur in Lindau musste man eine Niederlage gegen einen Oberligisten hinnehmen. Peissenberg zeigte zwei starke Spiele gegen den ESC, dafür hat sich Füssen anscheinend zum Lieblingsgegner entwickelt. Alle Begegnungen gegen den EVF gingen in der regulären Spielzeit an den ESC, das kennen wir eigentlich nur von den eigenen Spielen gegen Pegnitz. Auch gegen Topfavorit Höchstadt konnte man gut mithalten, wobei das Spiel am vergangenen Sonntag von beiden Seiten nicht mehr mit der letzten Konsequenz angegangen wurde. Letztlich qualifizierte sich der ESC auf Platz 4 für die Playoffs, die Gründe für diesen unglaublichen Lauf sind vielseitig. Die Defensive hat sich in der Verzahnung extrem stabilisiert, was natürlich auch an den beiden Torhütern lag. Sowohl auf Albanese wie auch Morczinietz konnten sich die Vorderleute zu 100% verlassen und die Keeper zahlten das Vertrauen mit bärenstarken Leistungen zurück. Kilian Haltmair deutete ebenfalls an, dass mit ihm in Zukunft durchaus zu rechnen ist. Die Neuzugänge haben sich sehr gut integriert und zählen alle zum Stammpersonal, der Zusammenhalt und die Chemie im Team ist hervorragend. Im Sturm sind die Rats ohnehin gut aufgestellt, mit 39 Treffern war man in der Verzahnungsrunde sogar einmal öfter erfolgreich als Oberligist Lindau. Am Ende war es einfach durch die Bank eine mannschaftlich geschlossene Leistung, die den Ausschlag für diese traumhafte Spielzeit gegeben hat.

Doch genug von der Vergangenheit, die Saison ist ja noch nicht vorbei. Mit Memmingen treffen die Rats in einer Best-of-7 Serie auf einen hochattraktiven Gegner im Viertelfinale (→ zu den Terminen). Der letztjährige Bayernligameister bezeichnet sich selbst als „Eishockeystadt“ und ein Blick auf die Zuschauerzahlen unterstreicht das eindrucksvoll. Mit einem Schnitt von 1555 Besuchern pro Spiel waren die Indians unangefochtener Spitzenreiter der letztjährigen Vorrunde, in den Playoffs steigerte man sich auf sagenhafte 2200 Zuschauer (im Schnitt!). Dagegen sehen die Zuschauerzahlen des ESC wie ein laues Lüftchen aus, in der Verzahnungsrunde fanden ca. 420 Fans den Weg in das offene Heinz-Schneider Eisstadion. Allerdings hatten die Rats auch schon schlechtere Zeiten hinter sich, so ist es ja nicht. Trotzdem erwartet man sich natürlich einiges von diesem Duell mit den Indians, selbstverständlich sind auch alle Gästefans herzlich willkommen! Auch sportlich steht ein ungleiches Kräftemessen bevor. Der Memminger Kader ist gespickt mit Topspielern, einige sind noch vom letzten Jahr bekannt. Mit Joey Vollmer steht ein ganz erfahrener Torhüter zwischen den Pfosten, seine letzten Stationen München (DEL und 2. Liga), Crimmitschau, Bietigheim und Riessersee (alle 2. Liga) sprechen eine deutliche Sprache. In der Abwehr sticht sofort der Name Jan Benda heraus. Der 98-fache Nationalspieler ist zwar bereits 45 Jahre alt aber trotzdem immer noch absoluter Fixpunkt in der Hintermannschaft. Prunkstück der Indians ist jedoch die Offensive. Mit Galoha, Huhn, Rinke-Leitans, Piskor und Beck haben gleich fünf ECDC-Stürmer in der Verzahnungsrunde im zweistelligen Bereich gescored. Zudem ist Galoha mit 12 Toren aus 10 Spielen eine Tormaschine, die es für den ESC zu stoppen gilt. Des Weiteren kann man auf den Deutsch-Finnen Antti-Jussi Miettinen zurückgreifen, der sich nach langer Verletzungspause rechtzeitig zur heißen Saisonphase wieder fit gemeldet hat. Oberste Priorität für Memmingen ist der Klassenerhalt und somit ein weiteres Jahr in der Oberliga. Mammutaufgabe ist wahrscheinlich noch untertrieben, der ESC ist ganz klar der krasse Außenseiter in diesem Aufeinandertreffen. Dass den Jungs von Ludwig Andrä diese Rolle durchaus liegt, haben sie in den letzten Spielen mehr als nur einmal bewiesen. Atmosphäre aufsaugen, sich voll reinhängen und den Favoriten so gut wie möglich ärgern, so die Marschrichtung der Rats. Zwei (lustige) Fakten gibt es auch noch zu erwähnen. Die letzten Playoffs für die Rats fanden ziemlich genau vor 12 Jahren statt, damals war man noch unter dem Namen TuS Geretsried unterwegs. Allerdings war die Best-of-3 Serie gegen Höchstadt schnell vorbei, nach zwei Niederlagen verabschiedete man sich in die Sommerpause. Kurioserweise steht auch unsere 1b diese Saison zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder in den Playoffs und trifft dort auf die SG HC Maustadt/ECDC Memmingen 1b (→ zu den Terminen), es kommt also zum großen Städtekampf zwischen Geretsried und Memmingen. Ein wahnsinniger Zufall, Geschichten die nur der Sport schreibt.

Ein kurze Info gibt es auch hinsichtlich der Eintrittspreise zu vermelden. Wir werden diese zu den Playoffs minimal nach oben anpassen. Die Dauerkarten behalten weiterhin ihre Gültigkeit!

Stehplatz: 9 Euro (statt regulär 8 Euro)
Partnerkarte: 16 Euro (statt regulär 14 Euro)
Ermäßigt: 7 Euro (statt regulär 6 Euro)

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