Auf der Zielgeraden Richtung Vorrundenende befinden sich alle Bayernligateams, die Voraussetzungen zwischen Höchstadt und dem ESC sind allerdings doch ziemlich unterschiedlich. Während die Alligators den Platz an der Sonne behalten wollen sind die Rats mitten im Kampf um Platz 8.

Komplett ohne Abtastphase gingen beide Mannschaften mit offenem Visier in die Partie. Den Traumstart von Ondrej Horvath nach 22 Sekunden egalisierte Vitalij Aab nach knapp vier Minuten per Bauerntrick zum schnellen Ausgleich. Ohne Verschnaufpause ging es weiter, in Überzahl ergaben sich die nächsten Chancen für den ESC. Gästetorwart Schnierstein war jedoch auf dem Posten und mit zunehmender Spielzeit übernahmen die Alligators immer mehr das Kommando. Der ESC verteidigte klug, allerdings nur bis Minute 19:59. In Überzahl kam Cejka im Slot frei zum Schuss und ließ Martin Morczinietz keine Chance.

Auch im zweiten Durchgang hatten die Männer von Ludwig Andrä vor allem in Überzahl die große Möglichkeit auf den Ausgleich, aber leider funktionierte das Powerplay nicht so wie es sollte. Beide Teams legten ihr Augenmerk nun verstärkt auf die Defensive und so waren hochklassige Torchancen eher Mangelware. Umso bitterer war das 1:3 der Gäste, die im Nachschuss einfach schneller schalteten als die Rats-Defensive und durch Grau ihre Führung weiter ausbauten (39.).

Der völlige Wahnsinn sollte dann im letzten Spielabschnitt ausbrechen. Dabei sah es lange nicht gut aus für den ESC, die Gäste standen hinten bombensicher und Schnierstein ließ nichts anbrennen. Dass es im Eishockey ganz schnell gehen kann zeigte dann Ondrej Horvath, der mit seinen Treffern 2 und 3 auf einen Schlag den Ausgleich herstellte (55./56.). Das war aber erst der Auftakt in eine völlig kuriose Schlussphase, denn die Gäste antworteten in Form von Aab umgehend und gingen erneut in Führung (57.). Doch die Rats steckten nicht auf, warfen alles nach vorne und belohnten sich durch den abgefälschten Treffer von Benedikt May für ihren aufopferungsvollen Kampf in der Schlussminute (60.). Ein Punkt gegen den Tabellenführer, Ziel erreicht möchte man meinen. Doch als Gästespieler Lenk nochmal auf die Strafbank wanderte, eröffnete sich eine letzte Möglichkeit in Überzahl. Bei Spielzeit 59:59 passierte das Unfassbare, Hans Tauber stand im Slot frei und zimmerte die Scheibe zum 5:4 in das Gästetor. Völlige Ekstase auf und neben dem Eis, drei ganz ganz wichtige Punkte zum goldrichtigen Zeitpunkt.

Fazit: Es sind Momente wie diese, weshalb man Woche für Woche ins Stadion geht. Das Spiel war für die Gefühle aller Beteiligten eine Achterbahnfahrt, an die letzten fünf Minuten wird man sich noch lange erinnern. Höchstadt gab den eigentlich schon sicher geglaubten Sieg in allerletzter Sekunde aus der Hand und die Rats haben im Kampf um Platz 8 drei wertvolle Punkte geholt.

22.12.2017 ESC Geretsried – Höchstadter EC 5:4 (1:2/0:1/4:1)

Tore:

3 x Ondrej Horvath, Benedikt May, Hans Tauber

Beihilfen:

3 x Martin Köhler, 2 x Dominic Fuchs, Hans Tauber, Maximilian Hüsken

Strafen:

ESC Geretsried 10 Min.
Höchstadter EC 22 Min.

Zuschauer:  

323

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